Vermögenswirksame Leistungen – wenn der Arbeitgeber mitspart

Vermögenswirksame Leistungen – kurz VL – sind freiwillig geleistete Zahlungen vonseiten des Arbeitgebers. Begünstigt ist der Arbeitnehmer: Die vermögenswirksamen Leistungen fließen auf sein Anlagekonto. Anlagekonten können dabei zum Beispiel Bausparverträge sein, darüber hinaus sind die gesetzlichen Bestimmungen zu beachten. Wie hoch die vermögenswirksamen Leistungen ausfallen, ist zum einen von der Großzügigkeit des Arbeitgebers abhängig. Zum anderen kann aber auch der Arbeitnehmer selbst entweder die gezahlten Beiträge seines Arbeitgebers aufstocken oder den gesamten VL-Beitrag selbst leisten. In diesen Fällen werden die gewählten Sparbeiträge vom Gehalt abgezogen und direkt vom Arbeitgeber überwiesen.

Gespart werden kann mit einem VL-Vertrag über einen Zeitraum von sechs Jahren. Danach muss der Sparer ein Jahr warten, damit er frei über das Angesparte verfügen kann. Warum es sich durchaus auch lohnen kann, die VL-Beiträge aus eigener Tasche zu bezahlen, liegt auch daran, dass der Staat unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich mitfördert – und zwar in Form der sogenannten Arbeitnehmersparzulage. Das Regelwerk für die vermögenswirksamen Leistungen und die Arbeitnehmersparzulagen finden sich im Übrigen im fünften Gesetz zur Förderung der Vermögensbildung der Arbeitnehmer. Mögliche Anlageformen sind hier in § 2 beschrieben.


Arbeitnehmersparzulage als Extra

Beim VL-Sparen kann, wenn eine zulagenberechtigte Sparvariante gewählt wird, die Arbeitnehmersparzulage vom Staat gezahlt werden. Beim Bausparen beträgt die Arbeitnehmersparzulage 9 Prozent, wobei allerdings nur Sparleistungen bis maximal 470 Euro im Jahr berücksichtigt werden. Eine andere Regelung gilt bei anderen Anlageformen. Beim Bausparen würde ein Alleinstehender unter Berücksichtigung des oben genannten Fördersatzes und der maximalen Sparleistung maximal eine Arbeitnehmersparzulage von ca. 42 Euro im Jahr erhalten. Dieser Betrag mag zunächst nicht allzu groß wirken. Bedenkt man allerdings, dass es sich hierbei um ein Geschenk des Staates handelt und sich die Arbeitnehmersparzulage über die Jahre hinweg dennoch zu einer relativ stattlichen Summe entwickelt, sollte man die Zulage nicht verschenken. Damit die Arbeitnehmersparzulage allerdings tatsächlich gewährt werden kann, sind Einkommensgrenzen zu beachten.

Adressatenkreis der Arbeitnehmersparzulage

Die Arbeitnehmersparzulage richtet sich an Arbeitnehmer mit einem relativ niedrigen Einkommen. Wie die Einkommensgrenzen definiert sind, erfährt man im fünften Gesetz zur Förderung der Vermögensbildung der Arbeitgeber, § 13. Damit die Zulage gezahlt wird, dürfen alleinstehende Bausparer die Einkommensgrenze von 17.900 Euro/Jahr nicht überschreiten. Für verheiratete Bausparer, die zusammenveranlagt werden können, ist die Einkommensgrenze mit 35.800 Euro doppelt so hoch. Ausschlaggebend ist hier allerdings – genauso wie bei der Wohnungsbauprämie – das zu versteuernde Einkommen. Das Bruttoeinkommen kann somit mitunter bedeutend höher sein, als die Einkommensgrenzen zunächst vermuten lassen.

Die Arbeitnehmersparzulage kann auch für Anlagen in Aktienfonds in Anspruch genommen werden, hier gelten dann andere Einkommensgrenzen sowie höhere maximal mögliche staatliche Förderungen.

Maximale Förderung durch die Arbeitnehmersparzulage

Die maximale Förderung durch die Arbeitnehmersparzulage beim Bausparen beträgt bei Alleinstehenden ca. 42 Euro – bei Verheirateten ist sie mit ca. 84 Euro entsprechend höher angesetzt. Verheiratete müssen dabei aber selbstverständlich auch die doppelte Sparleistung erbringen.


Beantragung der Arbeitnehmersparzulage

Auch die Arbeitnehmersparzulage fließt, wie die Wohnungsbauprämie, nicht automatisch. Sie muss beantragt werden. Hier gilt es, einen anderen Weg zu wählen als bei der Wohnungsbauprämie. Bausparer erhalten von ihrer Bausparkasse in aller Regel eine VL-Bescheinigung. Diese muss zusammen mit der Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden. Der Aufwand hierfür hält sich aber, ähnlich wie bei der Wohnungsbauprämie, in Grenzen – nur vergessen werden sollte die Beantragung nicht.

Alternative Wohnungsbauprämie

Die Einkommensgrenzen für die Arbeitnehmersparzulage sind relativ niedrig angesetzt. Wer diese Einkommensgrenzen übersteigt, kann die Zulage leider nicht mehr in Anspruch nehmen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass in diesem Fall auch der Weg zur Wohnungsbauprämie versperrt ist. Bei dieser Prämie müssen zwar auch Einkommensgrenzen beachtet werden, diese liegen mit 25.600 Euro für Alleinstehende und 51.200 Euro für Verheiratete allerdings bedeutend höher. Ausschlaggebend ist auch hier nicht das Bruttoeinkommen, sondern die Höhe des zu versteuernden Einkommens. Weitere Informationen zur Wohnungsbauprämie können in dem gleichnamigen Menüpunkt eingesehen werden.

Generell ist es zwar nicht unmöglich, gleichzeitig eine Arbeitnehmersparzulage und eine Wohnungsbauprämie zu erhalten, der Sparer müsste hierfür allerdings für jede Prämie bzw. Zulage separate Sparleistungen erbringen.