Die Wohnungsbauprämie – was ist das?

Die Wohnungsbauprämie gibt es in Deutschland bereits seit mehr als 50 Jahren. Zu verstehen ist sie als ein Teilelement der Wohnungsbauförderung in der Bundesrepublik. Mit ihr sollen Sparer belohnt werden, die für den Bau oder den Erwerb einer wohnwirtschaftlichen Immobilie eigene Sparleistungen erbringen. Dabei kann die Wohnungsbauprämie allerdings nicht bei jeder Sparbemühung fließen.

Insbesondere Bausparverträge gelten als prämienbegünstigte Sparmöglichkeiten. Bei einem Bausparvertrag werden über eine gewisse Zeit Sparleistungen erbracht. Nach der Zuteilung des Bausparvertrages, deren Zeitpunkt von verschiedenen Faktoren abhängt (vgl. Menüpunkt Bausparen), kann der Bausparer ein zinsgünstiges Bauspardarlehen in Anspruch nehmen, das allerdings mit einer schnellen Tilgung verbunden ist.

Zielgruppe der Wohnungsbauprämie

Nicht jede Person, die für den Bau oder Erwerb einer wohnwirtschaftlichen Immobilie spart, kann die Wohnungsbauprämie in Anspruch nehmen. Zwar ist es generell möglich, bereits ab 16 Jahren (Vollwaisen auch früher) die Wohnungsbauprämie einzustreichen, wenn man uneingeschränkt steuerpflichtig ist, eingeschränkt wird die Zielgruppe der Wohnungsbauprämie allerdings durch Einkommensgrenzen. Nach diesen Einkommensgrenzen haben nur Personen Anspruch auf die Wohnungsbauprämie, die als Alleinstehende maximal 25.600 Euro im Jahr verdienen. Bei Eheleuten, die bei der Steuererklärung zusammen veranlagt werden, gilt analog der doppelte Satz von 51.200 Euro. Zu beachten ist dabei allerdings, dass als Einkommensbemessungsgrenze das zu versteuernde Einkommen herangezogen wird. Dieses bedeutet, dass das Bruttoeinkommen durchaus höher liegen kann, ohne dass der Anspruch auf Wohnungsbauprämie entfallen muss.

Jährliche Höchstprämien

Die jährlichen Höchstprämien im Zuge der Wohnungsbauprämie kann derjenige erreichen, der als Alleinstehender 512 Euro gezahlt hat. Bei Ehepaaren gilt auch hier wieder der doppelte Satz von 1.024 Euro. Die Prämie selbst beträgt 8,8 Prozent der eigenen Sparleistung. Aus diesem Grunde ergibt sich bei der maximalen Sparleistung eine maximale Wohnungsbauprämie von ca. 45 Euro für Alleinstehende und von ca. 90 Euro für Verheiratete. In die Eigensparleistungen werden nicht nur die eigentlichen Sparbeträge eingerechnet, sondern auch Abschlussgebühren für den Bausparvertrag sowie die Guthabenzinsen, die auf Bausparguthaben gezahlt werden. Um die maximale Förderung zu erreichen, müssen somit nicht zwingend die oben genannten maximalen Aufwendungen getätigt werden. Wer grundsätzlich weniger bezahlt, erhält die Prämie anteilig in Bezug auf die geleistete Eigensparleistung, etc. Einzahlen muss aber auch er mindestens 50 Euro/Jahr, um den Anspruch auf Wohnungsbauprämie nicht zu verlieren.

Zwar ist die Wohnungsbauprämie mit Maximalprämien von ca. 45 bzw. 90 Euro im Jahr nicht als eine enorm hohe Prämie zu bezeichnen, die einzelnen Prämien können sich über die Jahre aber zu einem netten Extraguthaben summieren. Verzichten sollte aus diesem Grunde niemand auf die Wohnungsbauprämie, der einen Anspruch auf sie hat. Dies gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass die Beantragung der Prämie nicht enorm kompliziert ist. Bedacht werden sollte auch, dass bereits Jugendliche ab 16 Jahren einen Anspruch auf Wohnungsbauprämie haben. Besparen die Eltern einen Bausparvertrag für ihre Kinder, sollte auch hier die Beantragung nicht vergessen werden.

Maximale Förderdauer und notwendige Bausparlaufzeit

Die Wohnungsbauprämie wird nur befristet geleistet. Zehn Jahre können Bausparer die Wohnungsbauprämie dabei in Anspruch nehmen. Damit die Wohnungsbauprämie allerdings wirklich erhalten bleibt und nicht bei Kündigung des Bausparvertrages zurückgezogen wird, muss der Bausparvertrag mindestens sieben Jahre bestanden haben. Andernfalls verlangt das Finanzamt die geleisteten Prämien zurück. In diesem Zusammenhang sind auch die Neuregelungen für Bausparverträge zu beachten, die seit 2009 gelten.

Die Wohnungsbauprämie ab 2009

Für Bausparverträge, die ab 2009 abgeschlossen wurden, gelten verschärfte Regelungen hinsichtlich der Wohnungsbauprämie. Bei solchen Verträgen wird die Wohnungsbauprämie nur noch dann gezahlt, wenn sie tatsächlich wohnwirtschaftlichen Zwecken zugeführt wird. Durch diese Regelungen wird die ehemalige Bindungsfrist von sieben Jahren aufgehoben. Allerdings gibt es auch bei dieser Neuregelung wieder einige Ausnahmen: So können etwa junge Bausparer, die den Vertrag bereits in einem Alter von unter 25 Jahren abgeschlossen haben, nach sieben Jahren frei über die Wohnungsbauprämie verfügen.

Weitere Ausnahmeregelungen greifen bei Personen, die sich in schwierigen Lebensumständen befinden, zum Beispiel aus dem Grunde, da sie arbeitslos geworden sind oder der Ehepartner verstorben ist. Durch diese Regelungen wird dem Umstand Rechnung getragen, dass in besonderen Lebensumständen eine wohnwirtschaftliche Verwendung des Bausparguthabens unwahrscheinlich wird. Die Regelungen sind hierbei detailliert, sodass Bausparer sich im Einzelfall erkundigen sollten, ob sie von einer Ausnahmeregelung Gebrauch machen können.

Wohnungsbauprämie beantragen – so geht´s

Nicht vergessen werden darf, dass die Wohnungsbauprämie nicht automatisch fließt. Auch sie muss wie viele andere Förderungen oder Prämien beantragt werden. Der Aufwand für diese Beantragung hält sich allerdings in Grenzen. In der Regel wird von der jeweiligen Bausparkasse ein entsprechender Antrag an den Bausparer geschickt. Hier sind nur wenige Angaben zu machen sowie eine Unterschrift zu leisten. Den ausgefüllten Antrag schickt der Bausparer an seine Bausparkasse zurück. Hierfür steht ihm sogar eine großzügige Frist von zwei Jahren zur Verfügung. Die Bausparkasse wickelt die Beantragung beim Finanzamt ab. Die Wohnungsbauprämie wird dem Bausparer nicht ausgezahlt, sondern fließt auf das Bausparkonto.